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Wussten Sie schon, dass...

dass seit dem 01.01.2019 ein Anspruch auf Brückenteilzeit besteht?

04.01.2019 Das Gesetz zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts ist zu Beginn des Jahres 2019 in Kraft getreten. Dreh- und Angelpunkt der Reform ist die Einführung des § 9 a TzBfG, der den Anspruch auf eine befristete Teilzeit („Brückenteilzeit“) regelt.

 

Die Brückenteilzeit tritt neben bereits bestehende gesetzliche Regelungen zur Teilzeit, wie etwa dem Arbeiten in Teilzeit während der Elternzeit und dem allgemeinen Anspruch auf eine unbefristete Reduzierung der Arbeitszeit gem. § 8 TzBfG. Die Neuregelung soll es Arbeitnehmern ermöglichen, ihre Arbeitszeit flexibel den persönlichen Lebensumständen anzupassen ohne dabei dem wirtschaftlichen Risiko einer zeitlich unbefristeten Teilzeit ausgesetzt zu sein. Diese Flexibilisierung führt auf Arbeitgeberseite allerdings zu einer beträchtlichen Planungsunsicherheit.

 

Ein Anspruch auf Brückenteilzeit besteht unter folgenden Voraussetzungen:

 

  • Das Arbeitsverhältnis hat länger als sechs Monate bestanden. Der Arbeitnehmer muss den Anspruch drei Monate vor dem Beginn der gewünschten Teilzeit gegenüber dem Arbeitgeber in Textform geltend machen.
  • Die Brückenteilzeit kann nur für einen von vornherein festgelegten Zeitraum geltend gemacht werden. Die Dauer der befristeten Reduzierung darf ein Jahr nicht unterschreiten und 5 Jahre nicht überschreiten.  
  • Zum Schutz kleiner und mittelständischer Unternehmen besteht der Anspruch auf Brückenteilzeit nur, wenn der Arbeitgeber in der Regel mehr als 45 Mitarbeiter*innen beschäftigt. Demgegenüber besteht ein Anspruch auf die unbefristete Teilzeit nach § 8 TzBfG bereits in Unternehmen mit mehr als 15 Beschäftigten.
  • Wie dem Antrag auf unbefristete Teilzeit nach § 8 TzBfG kann der Arbeitgeber einem Brückenteilzeitgesuch nur bei entgegenstehenden betrieblichen Gründen die Zustimmung versagen. Der Arbeitgeber muss – wie auch im Rahmen der unbefristeten Teilzeit - das Gesuch rechtzeitig schriftlich ablehnen.
  • Daneben enthält § 9 a TzBfG zum Schutz von Unternehmen, die nicht mehr als 200 Mitarbeiter*innen beschäftigen, eine Quotenregelung. So muss z. Bsp. der Arbeitgeber bei einer Anzahl von 46 – 60 Beschäftigten nicht mehr als vier Anträgen auf Brückenteilzeit entsprechen.

 

Der Anspruch auf Brückenteilzeit wird zwar aufgrund des Schwellenwertes von mehr als 45 Mitarbeiter*innen für eine Vielzahl von Beschäftigten nicht in Betracht kommen, wird aber dennoch große Auswirkungen in der Praxis haben.   

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